3 Jahre Zürcher Sozial Treff 3×15′

3 Jahre Zürcher Sozial Treff
3×15′
Liebe Alle
3 Jahre Sozial Treff 3×15′ sind gerade im Autismus-Monat
April fällig, was mir ein gutes Omen scheint!
Danke meine Leute!
Ergebnisse 3 Jahre
nach der Gründung:
        
Alle Klienten und Freiwilligen haben sich wieder
gemeldet, nach dem Motto: try again, fail again, fail better!
        
Alle Freiwilligen berichten
von den stetigen Fortschritten der Klienten, die sie manchmal auf dem Weg zum
Treff sehen und mit diesen vor Beginn des Treffs zu sprechen beginnen.
        
Die vorgeschlagenen Themen
auf dem Blatt werden als „Icebreakers“ wahrgenommen: Die Klienten freuen sich,
sie lesen das Blatt jeweils, dann sprechen sie aber über ganz andere Themen.
        
Es besteht eine ganz klare Geschlechterverteilung:
Die Klienten sind mehrheitlich Männer, die Freiwilligen mehrheitlich Frauen.
        
Die Mehrheit zieht den Freitagabend
vor, so dass es ein „Open End“ ins Wochenende geben kann.
        
In den Filmsequenzen, die
jeweils gedreht wurden, ist klar eine Integration
zu erkennen: Nur
die Kellnerin weiss, wer zum Treff gehört und wer nicht. Man kann die
Zweiertische „des Sozial Treffs“ von den sonstigen nicht unterscheiden. Es ist
gelungen, den sozial inkompetenten Klienten die Möglichkeit zu geben, das Gleiche
wie die NT zu erleben, was auch ein Ziel des Treffs ist.
        
Die Klienten berichten einerseits, dass sie es
manchmal schade finden, einige Konversationen nach 15 Minuten beenden zu
müssen. Sie berichten aber auch über die emotionale Belastung nach einer
solchen Performance. Sehr bewährt hat sich diesbezüglich die zeitliche
Begrenzung des ersten fixen Teils des Treffs
auf eine Stunde, sonst wird die Erfahrung des erfolgreichen Erlebnisses
gefährdet.
        
Die Freiwilligen sind beeindruckt und fasziniert
davon, wie unterschiedlich die Klienten sind. Einige Freiwillige berichten, wie
sie von den Emotionen, die sie empfunden haben, übermannt wurden. Den Klienten
geht es genauso.
        
Einige junge Klienten sprechen gerne über ihre
Probleme besonders mit Freiwilligen, die auch Autismus-Fachleute sind. Durch
die sorgfältige Erklärung des Konzeptes, dass Freiwillige beim Small Talk
bleiben und keine Therapie betreiben sollen, lässt sich das Problem der
Ausnutzung der Freiwilligen vermeiden.
        
Um neue Klienten in einer Pause zu
begleiten/beschäftigen (wenn zum Beispiel zu wenig Freiwillige die Sprache des
Klienten sprechen), werden Knobelspiele wie Tangram oder Mini-Puzzles als
Zeitvertreib zur Verfügung gestellt. Heute sind sie auch für den Fall, dass
eine Runde einmal ausfällt, überflüssig geworden, obwohl die Referentin, gerne
weiter welche mitbringt. Die Klienten geniessen die Pausen, reden manchmal kurz
mit der Leiterin und lassen sich von der Gruppenzugehörigkeit tragen.
        
Die Zahl der Klienten, die
davon profitieren, ist stetig gestiegen. Die Verbesserungen des Sozialverhaltens
werden nach wenigen Treffs subjektiv und von Dritten als evident bezeichnet.
        
Dank des Klientenkränzlis
haben sich einige Klienten auch miteinander angefreundet! Die Klienten haben
viel dazu beigetragen, dass das Konzept jeweils angepasst werden konnte, die
Freiwilligen aber auch!
        
Ich habe keinen Pool von
Freiwilligen, die vorhandenen reichen aber jeweils schon gut für einen Treff!
        
2 Ärztinnen in 3 Jahren
haben sich als Freiwillige gemeldet, was wirklich wenig ist.
        
Via Passaparola haben die Familien der Klienten mir geholfen,
so dass ich auf einen kleinen Pool von Freiwilligen zählen kann, die Freunde
geworden sind!
Einen grossen Dank für diese
wunderschöne Tatsache.
Ihr seid meine Kraft!
  
Es ist noch viel zu tun – Visionen für die Zukunft:
        
Jemand wird meinen Artikel
publizieren
!
        
Es fehlt ein
Freiwilligen-Pool, dessen Mitglieder zum Beispiel einmal pro Jahr eine
Teilnahme spenden.
        
Die Liste der Lokale, in
welchen der Sozial Treff stattfinden kann, ist in Zürich sehr begrenzt. Ein
Sponsor würde das Problem lösen und die Lokale würden sich um den Sozial Treff streiten!
        
Es gibt bisher leider keine
Sponsoren, die Kosten werden vollständig von mir getragen. Daher ergibt sich
kein finanzieller Gewinn aus dieser Therapie, was auch zum Konzept gehört.
        
Unter den Klienten sind auch
junge Asperger (zwischen 20 und 30 Jahren), jedoch ist kaum ein Freiwilliger
weniger als 40 Jahre alt!
        
Der Umgang mit Konflikten
ist nicht gelungen: Die Klienten weichen Konfrontationen und Provokationen aus,
die zum Beispiel als Thema zum Besprechen vorgegeben werden.
        
Die Paar-Zusammensetzung lässt
sich kaum vorausplanen: Es läuft alles anders als geplant. Einige Klienten,
weniger die Freiwilligen, kommen zu früh, andere treffen mit Verspätung ein,
einige sind plötzlich verhindert. Die am Vorabend kalkulierten Paarungen sind
nicht mehr durchführbar. Für mich gilt die Faustregel: Es wird von Anfang an
mit den Anwesenden gesprochen.
        
Wenn die Filmsequenzen
des Sozial Treffs angeschaut werden, sieht man unauffällige Tischgespräche in
einem Café. Man sieht aber eben die Integration, keine Inklusion.
Es sind mehrheitlich schon gut kompetente Asperger, die bisher am Sozial Treff
teilgenommen haben.
Ich will aber nicht nur Asperger zum Sozial
Treff einladen, sondern auch Betroffene mit Autismus schwererer Ausprägung
inkludieren (Autisten plus).
        
Es ist der ausdrückliche Wunsch von mir, dass das
Modell des Sozial Treffs 3×15‘ überall
und
mit unterschiedlichen Altersgruppen
nachgeahmt wird,
denn das Interesse und die Rückmeldungen aller Fronten sind sehr ermutigend.
Eine Metapher, die das Konzept der
Inklusion darstellt, ist die der Torta
Pasqualina. La Torta Pasqualina ist eine typische Wähe Liguriens, die aus
verschiedenen Zutaten besteht. Vor dem Backen werden mehrere rohe Eier
«inkludiert». Nach dem Backen werden die rohen Eier zu intakten gekochten
Eiern, die aus der Wähen-Mischung hervortreten. Die Eier werden von der
Umgebung getragen. Sie fluktuieren im Endeffekt in der Mitte der Torte. Es
versteht sich von selbst, dass alle Speisenden sich ein Stück mit Ei wünschen.
Leider zeigten sowohl die Psychiatrie-Gesellschaft als
auch die Ärzte-Verlage der Schweiz kaum Interesse an diesem Therapiekonzept.
Never mind!
Nemo Propheta in Patria.
Eure Zufriedenheit ist für mich die höchste Belohnung.

Danke

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